Antworten auf häufige Fragen

Wer kann einen Jugendfreiwilligendienst machen?

An Jugendfreiwilligendiensten können alle jungen Menschen unabhängig von ihrem Schulabschluss teilnehmen, sofern sie die Vollzeitschulpflicht erfüllt (je nach Bundesland nach neun oder zehn Schuljahren) und bis zum Dienstende das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Auch junge Menschen aus dem Ausland können am FSJ/FÖJ teilnehmen (sog. „incoming“). Voraussetzung ist, dass sie über einen Aufenthaltstitel verfügen, der zur Erwerbstätigkeit berechtigt. Freiwilligen aus dem Ausland kann grundsätzlich auch speziell für die Teilnahme am Freiwilligendienst eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.

Auch junge geflüchtete Menschen, die in Deutschland Asyl beantragt haben, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Jugendfreiwilligendienst leisten.

Wo finde ich Informationen zu freien Plätzen im FSJ, FÖJ oder IJFD? Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Über freie Einsatzstellen im FSJ/FÖJ informieren die anerkannten Träger und Zentralstellen.

Freie Einsatzstellen im IJFD kann man nur auf den Internetseiten der IJFD-Träger finden.

Wer sich für ein FSJ, FÖJ oder einen IJFD bewerben möchte, wendet sich an einen anerkannten Träger. Dieser informiert über die verschiedenen Einsatzbereiche und Einsatzstellen und ist für den Bewerbungsprozess zuständig.

Da die Bewerbungsfristen nicht bei allen Trägern identisch sind und für den Auslandsdienst eine umfangreiche Vorbereitung notwendig ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Bewerbung.

Welche Tätigkeiten werde ich während des Jugendfreiwilligendienstes übernehmen?

Welche Aufgabe dem Freiwilligen zugeteilt wird, hängt von der Einsatzstelle ab.

Bei den Jugendfreiwilligendiensten handelt es sich weder um ein Arbeits- noch ein Ausbildungsverhältnis, sondern laut Gesetz um ein Bildungsjahr.

Das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten spricht von der Leistung „überwiegend praktischer Hilfstätigkeiten“, die kein Arbeitsverhältnis begründen.

Der Gesetzgeber schreibt für das FSJ/FÖJ im Inland ein Einführungs-, ein Zwischen- und ein Abschlussseminar mit einer Mindestdauer von je fünf Tagen vor. Insgesamt sind während eines zwölfmonatigen FSJ/FÖJ 25 Seminartage verpflichtend. Wird ein Dienst über den Zeitraum von zwölf Monaten hinaus vereinbart oder verlängert, erhöht sich die Zahl der Seminartage um mindestens einen Tag je Monat der Verlängerung.

Die Einsatzstelle ist darüber hinaus verpflichtet, eine pädagogische Fachkraft für die fachliche Anleitung und Begleitung der Freiwilligen zu benennen. Die Fachkraft sichert die Unterstützung und Beratung der Freiwilligen und vermittelt ihnen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen für den Arbeitsalltag; im FSJ/FÖJ auch für den Ausbildungs- und Berufsweg. Wichtig für die Beteiligung der Freiwilligen in der Einsatzstelle sind zudem regelmäßige Gespräche und die Integration in Teamberatungen.

Obwohl das Verhältnis zwischen den Freiwilligen und der Einsatzstelle bzw. dem Träger kein Arbeitsverhältnis ist, wird der freiwillige Dienst in Deutschland hinsichtlich der öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften weitgehend einem Arbeitsverhältnis gleichgestellt. Entsprechend gelten die einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen wie z. B. das Arbeitsschutz-, das Jugendarbeitsschutz- und das Mutterschutzgesetz. Im IJFD gelten die Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes.

Wie lange dauert ein Jugendfreiwilligendienst?

FSJ, FÖJ und IJFD werden in der Regel für zwölf zusammenhängende Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate geleistet.

Im Rahmen des pädagogischen Gesamtkonzeptes kann die FSJ/FÖJ-Einsatzstelle bzw. der FSJ/FÖJ-Träger den Freiwilligendienst in Blöcken mit mindestens dreimonatiger Dauer anbieten. FSJ und FÖJ können im Ausnahmefall bis zu 24 Monate dauern. Der Gesetzgeber hat dabei insbesondere Programme für benachteiligte Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im Blick.

Ist der Jugendfreiwilligendienst bezahlt?

Jugendfreiwilligendienste sind eine Sonderform des freiwilligen Engagements und somit unentgeltliche Dienste. Das heißt, es wird kein Lohn/Gehalt gezahlt. Freiwillige bekommen für ihren Dienst allerdings ein Taschengeld. Im Gesetz ist für das FSJ und das FÖJ eine Taschengeld-Höchstgrenze festgelegt. Sie beträgt sechs Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung, derzeit 381 Euro monatlich (Stand: 2017).

Im IJFD dürfen maximal 350 Euro Taschengeld gezahlt werden; i. d. R. liegt das Taschengeld aber deutlich darunter, da es sich nach den Lebenshaltungskosten des Gastlandes richtet. Das konkrete Taschengeld ist beim jeweiligen Träger des Jugendfreiwilligendienstes zu erfragen.

Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung können gestellt bzw. durch Geldersatzleistungen erstattet werden. Es besteht Anspruch auf Kindergeld und alle daran geknüpften staatlichen und tariflichen Folgeleistungen. Freiwillige im FSJ und FÖJ sind zudem grundsätzlich gesetzlich sozialversichert. Alle Beiträge für die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung leisten die Träger bzw. Einsatzstellen. Die Zeit des Dienstes wird bei der Altersvorsorge angerechnet.

Details zur Sozialversicherung sowie zum Bezug von Arbeitslosen- oder Wohngeld sowie zur Waisenrente werden am Ende der BMFSFJ-Broschüre „Zeit, das Richtige zu tun. Freiwillig engagiert in Deutschland - Bundesfreiwilligendienst. Freiwilliges Soziales Jahr. Freiwilliges Ökologisches Jahr.“ unter „A bis Z“ erläutert.

Wie viele Wochenstunden muss ich im Jugendfreiwilligendienst leisten?

Die Einsatzzeit richtet sich nach den Arbeitszeiten der jeweiligen Einsatzstelle. Grundsätzlich handelt es sich beim FSJ/FÖJ/IJFD um ganztägige Dienste.

Bei Jugendlichen unter 18 Jahren gelten die Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes (z. B. keine Nachtarbeit, längere Urlaubszeit, gesonderte Pausenregelungen). Im FSJ und im FÖJ gilt die Seminarzeit als Einsatzzeit.

Was bringt der kostenlose Freiwilligenausweis?

Als Zeichen der Anerkennung des Engagements der Freiwilligen für das Gemeinwohl sollen alle Freiwilligen, die ihren Dienst in Deutschland ableisten, einen Freiwilligenausweis erhalten. Mit dem Ausweis erhalten Freiwillige die Möglichkeit, rabattierte Zeitfahrausweise des Ausbildungsverkehrs im ÖPNV zu nutzen. Überall dort, wo Verkehrsunternehmen/-verbünde ermäßigte Zeitkarten anbieten, kann durch Vorzeigen des Freiwilligenausweises eine Rabattierung in Anspruch genommen werden. Auch bestehen Vergünstigungen beim Erwerb einer Bahncard 25 bzw. 50. Möglich sind gegen Vorlage des Freiwilligenausweises zusätzlich eventuell weitere Vergünstigungen, z. B. für einen Kino- oder Schwimmbadbesuch etc. Diese müssen im Einzelfall erfragt werden.