Der Vorläufer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) startete vor über 50 Jahren. Unter dem Motto "Gib' ein Jahr" wurde 1954 vom Diakonischen Werk ein sozialer Dienst eingeführt. Auch die katholische Kirche rief zu karitativen Tätigkeiten auf. Im Gegensatz zu heute richtete sich dieser Appell ausschließlich an junge Frauen. Mittlerweile gibt es im FSJ eine vielfältige Trägerlandschaft mit Einsatzmöglichkeiten, die auch für junge Männer interessant sind.
Heute geht es beim FSJ, wie auch bei den anderen Jugendfreiwilligendiensten, in erster Linie darum „die Bildungsfähigkeit“ junger Menschen zu fördern, so steht es im Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG). Gleichzeitig ist es eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements.
Klassische Einsatzorte im FSJ sind:

  • ambulante und stationäre Altenpflegeeinrichtungen,
  • Krankenhäuser und Kliniken,
  • Sozialstationen und Rettungsdienste,
  • Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderung,
  • Kindertagesstätten und
  • Schulen.

Beim FSJ im Sport stehen die Gestaltung von Vereinsangeboten und Trainingseinheiten sowie die pädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt.
Einsatzstellen beim FSJ in der Kultur sind Kunst- und Musikschulen, Theater, Museen und vergleichbare Einrichtungen, in denen die künstlerisch-kreative Arbeit vorrangig ist.
Beim FSJ in der Denkmalpflege sind in erster Linie handwerkliche Fertigkeiten gefragt.

Wer sich für ein FSJ bewerben möchte, muss sich an einen anerkannten Träger wenden. Dieser informiert über die verschiedenen Einsatzbereiche sowie -stellen und ist für den Bewerbungsprozess zuständig.

 

 

FSJ digital

Seit 2015 werden im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Pilotprojektes „FSJ Digital“ an zwei Einsatzorten und mit unterschiedlichen Ansätzen Möglichkeiten zu einem strukturierten Einsatz digitaler Medien im FSJ getestet.

Der DRK Landesverband Sachsen-Anhalt startete im Oktober 2015 gefördert vom BMFSFJ, der deutschen Telekom und der NrEins.de AG das Pilotprojekt „/FSJdigital“. Junge Freiwillige werden zu „digitalen Scouts“ qualifiziert und geben ihre Medienkompetenz z. B. an ältere Menschen weiter. Sie arbeiten in gemeinnützigen Einrichtungen des Landes Sachsen-Anhalt - u. a. in Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen, Kita oder Klinikum - an digitalen Projekten mit und beraten bei der Nutzung neuer Medien. Die Bandbreite der digitalen Inhalte reicht vom digitalen Geschichtenerzählen bis zur Gestaltung barrierefreier Webinhalte. In der 2. Hälfte des Pilotprojektes wird die Methode „JugendBarCamp“ als alternative Form der Partizipation von Freiwilligen in den Jugendfreiwilligendiensten erprobt.

Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz führt gefördert vom BMFSFJ das „#FSJ_digital“ als sogenanntes Add-on durch. Die Freiwilligen nehmen an fünf zusätzlichen Bildungstagen teil und erlernen in Workshops und persönlichem Coaching alles Wissenswerte zu digitalen Medien. Das #FSJ_digital ist ein Zusatzangebot und richtet sich trägerübergreifend an alle Freiwilligen in Rheinland-Pfalz, die Lust haben, ein digitales gefördertes Projekt während ihres FSJ durchzuführen. Die Freiwilligen entwickeln eigenständig Projektideen und setzen diese in ihren Einsatzstellen um. Hiermit sollen v. a. die Vermittlung von Medienkompetenz und die Umsetzung digitaler Projekte gewährleistet werden.

Zum Abschluss der beiden Projekte sollen Ergebnisse präsentiert werden, die den Trägern von Freiwilligendiensten die Integration digitaler Module in das klassische FSJ ermöglichen.